Das Klima: Warum deine Pflanzen „atmen“ müssen
In einer Growbox herrscht ein geschlossenes Ökosystem. Ohne aktive Steuerung würden die Pflanzen innerhalb weniger Stunden den verfügbaren CO₂-Vorrat verbrauchen und die Luftfeuchtigkeit durch die Verdunstung so weit ansteigen lassen, dass Schimmel (Budrot) vorprogrammiert wäre.
Ein perfektes Klima besteht aus dem Zusammenspiel von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung.
Title
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Aenean diam dolor, accumsan sed rutrum vel, dapibus et leo.
Title
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Aenean diam dolor, accumsan sed rutrum vel, dapibus et leo.
Title
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Aenean diam dolor, accumsan sed rutrum vel, dapibus et leo.
1. Die Abluft: Das Herzstück der Anlage
Die Abluft erfüllt zwei kritische Aufgaben: Sie transportiert die verbrauchte, feuchte Luft ab und erzeugt einen Unterdruck. Dieser Unterdruck sorgt dafür, dass keine ungefilterten Gerüche aus den Ritzen der Growbox entweichen.
Der Aktivkohlefilter (AKF)
- Wichtig: Ein AKF funktioniert nur bei einer Luftfeuchtigkeit unter 70 % zuverlässig. Darüber hinaus verkleben die Poren der Kohle, und der Filter verliert seine Wirkung.
- Tipp: Tausche dein Vorfiltervlies regelmäßig aus, um die Lebensdauer der Kohle zu verlängern.
Dein AKF ist dein bester Freund für Diskretion. Er bindet die intensiven Geruchsmoleküle der Hanfpflanze.
2. Temperatur und Luftfeuchtigkeit (VPD)
Pflanzen „schwitzen“ über ihre Spaltöffnungen, um Nährstoffe von den Wurzeln nach oben zu ziehen. Wie gut das funktioniert, hängt vom VPD (Vapor Pressure Deficit) ab – dem Verhältnis zwischen Temperatur und Feuchtigkeit.
- Wachstumsphase: Höhere Luftfeuchtigkeit (60–70 %) und milde Temperaturen (22–26 °C) fördern das schnelle Blattwachstum.
- Blütephase: Niedrige Luftfeuchtigkeit (40–50 %) ist Pflicht, um Schimmel in den dichten Blüten zu verhindern. Die Temperatur darf nachts gern um 5 °C fallen, um die Harzproduktion anzuregen.
3. Umluft: Mehr als nur ein laues Lüftchen
Ein (oder mehrere) Umluftventilator in der Box ist unverzichtbar. Er sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Temperaturverteilung, sondern hat noch zwei weitere Vorteile:
- Stammstärkung: Die leichte Bewegung simuliert Wind. Die Pflanze reagiert darauf mit Mikrorissen im Gewebe, die sie mit Silizium flickt – das macht die Stämme dick und stabil.
- Prävention: Schimmelsporen und Schädlinge wie Spinnmilben hassen bewegte Luft. Ein ständiger Luftstrom verhindert „stehende Luftnester“, in denen sich Feuchtigkeit sammelt.
Ein (oder mehrere) Umluftventilator in der Box ist unverzichtbar. Er sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Temperaturverteilung, sondern hat noch zwei weitere Vorteile:
4. Wie berechnet man die richtige Abluft-Größe?
Einsteiger wählen oft zu kleine Lüfter. Ein zu schwacher Lüfter muss auf 100 % laufen, ist extrem laut und schafft es im Hochsommer trotzdem nicht, die Hitze der Lampen abzuführen.
Die Faustformel: Rechne das Volumen deiner Box aus (L×B×H) und multipliziere es mit 60 (für einen kompletten Luftaustausch pro Minute). Addiere ca. 30 % Puffer für den Widerstand des Aktivkohlefilters dazu.
- Beispiel für eine 1x1x2m Box: 2m3×60=120m3/h. Inklusive Puffer und Lampenhitze solltest du zu einem Lüfter greifen, der mindestens 250–300 m³/h leistet. Wenn du einen regelbaren (EC) Lüfter kaufst, kannst du ihn auf 30 % laufen lassen – das ist flüsterleise und spart Strom.
5. Profi-Tipps für die Praxis
- Zuluft: Deine Zuluftöffnung sollte etwa doppelt so groß sein wie deine Abluftöffnung, damit der Lüfter nicht gegen ein Vakuum ankämpfen muss.
- Licht aus: Kontrolliere die Temperatur in der Dunkelphase. Sie sollte nicht unter 16 °C fallen, da das Wachstum sonst stagniert.
- Messposition: Hänge deinen Thermo-Hygrometer-Sensor immer auf Höhe der Pflanzenspitzen auf, aber im Schatten eines Blattes. Direkt unter der Lampe misst du sonst nur die Strahlungswärme, nicht das echte Klima.